Kurvendiskussion der Polynomfunktion f(x) = x³ - 4·x (2024)

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Inhaltsverzeichnis

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  1. Definitionsmenge
  2. Symmetrie
  3. Verhalten im Unendlichen
  4. Stetigkeit/Unstetigkeit
  5. Nullstellen
  6. Schnittpunkt mit y-Achse
  7. Extrempunkte
  8. Wendepunkte
  9. Monotonieverhalten
  10. Krümmungsverhalten
  11. Graph zeichnen

Wie wir eine Kurvendiskussion bzw. Funktionsuntersuchung durchführen, haben wir bereits allgemein behandelt.

Schauen wir uns nun ein vollständiges Beispiel einer Kurvendiskussion an.

Hierfür untersuchen wir die Polynomfunktion:

f(x) = x³ - 4·x

1. Definitionsmenge

Bei Funktionen stellt sich die Frage, ob für die Funktion f(x) = y für jeden Wert von x auch ein Wert von y entstehen kann, ohne dass ein „nicht definiert“ erscheint.Wenn wir die Definitionsmenge festlegen, beantworten wir also die Frage: „Was dürfen wir für x einsetzen?“

Bei unserer Funktionsgleichung f(x) = x³ - 4·x können wir alle reellen Zahlen einsetzen, ohne dass es zu Problemen (Definitionslücken) kommt.

Wir schreiben: D = ℝ

Sprich: „Definitionsmenge sind alle reellen Zahlen.“

2. Symmetrie

Eine Aussage über die Symmetrie einer Funktion lässt sich treffen, indem wir die Exponenten der Funktionsgleichung betrachten.

Achsensymmetrie

Sind alle Exponenten gerade, dann liegt Achsensymmetrie vor.

Unsere Funktionsgleichung lautet:f(x) = x³ - 4·x

Dabei schreiben wir den Exponenten bei der 4·x heran mit 4·x1.

Die Funktionsgleichung lautet mit allen Exponenten also: f(x) = x3 - 4·x1

Die Exponenten 3 und 1 sind ungerade, also liegt keine Achsensymmetrie vor. Der Graph ist nicht symmetrisch zur y-Achse.

Schauen wir uns den Graphen der Funktion an:

~plot~ x^3-4*x;[[5]];noinput;nolabel ~plot~

Der Graph ist nicht achsensymmetrisch.

Punktsymmetrie

Sind alle Exponenten ungerade, dann liegt Punktsymmetrie zum Koordinatenursprung vor.

Unsere Funktionsgleichung lautet: f(x) = x3 - 4·x bzw. f(x) = x3 - 4·x1

Alle Exponenten sind ungerade, also liegt Punktsymmetrie zum Koordinatenursprung vor.

3. Verhalten im Unendlichen

Beim Verhalten im Unendlichen (siehe Grenzwerte) treffen wir eine Aussage, ob die Funktionswerte (also y-Werte) für x gegen plus Unendlich fallen oder steigen (x → +∞). Genauso prüfen wir, ob die Funktionswerte für x gegen minus Unendlich fallen oder steigen (x → -∞).

Wir können dies mit der Limes-Schreibweise notieren.

Für unsere Funktion f(x) = x3 - 4·x gilt:

\( \lim \limits_{x \to -\infty} x^3 - 4·x = -\infty \)

\( \lim \limits_{x \to +\infty} x^3 - 4·x = +\infty \)

Das heißt:
• Verhalten von x gegen -∞ → Die Funktionswerte fallen.
• Verhalten von x gegen +∞ → Die Funktionswerte steigen.

4. Stetigkeit/Unstetigkeit

Eine stetige Funktion erkennen wir daran, dass ihr Graph in einem Koordinatensystem eine zusammenhängende Kurve ergibt. Das heißt, der Graph hat keine Sprünge (wie bei bspw. vorkommenden Definitionslücken oder Sprungfunktionen der Fall). Einfach gesagt: Wir können den Graphen ohne Absetzen des Stiftes zeichnen.

f(x) = x3 - 4·x ist stetig.

~plot~ x^3-4*x;[[5]];noinput;nolabel ~plot~

5. Nullstellen

Wir ermitteln die Stellen, an denen der Graph die x-Achse schneidet.

Um diese Stellen berechnen zu können, müssen wir die Funktionsgleichung null setzen und nach x auflösen.

f(x) = x3 - 4·x | Null setzen
x3 - 4·x = 0 | x ausklammern
x · (x2 - 4) = 0 | Satz vom Nullprodukt

xN1 = 0

x2 - 4 = 0 | +4
x2 = 4 | \( \sqrt{ ~ } \)
\( \sqrt{ x^2 } \) = \( \sqrt{ 4 } \)
|x| = \( \sqrt{4} \)

xN2 = -2
xN3 = 2

Die Funktion hat drei Nullstellen, und zwar bei xN1 = 0, xN2 = -2 und eine Nullstelle bei xN3 = 2.

Nullstellen im Koordinatensystem:

~plot~ x^3-4*x;{-2|0};{0|0};{2|0};[[3]];noinput;nolabel ~plot~

6. Schnittpunkt mit y-Achse

Den Schnittpunkt mit der y-Achse (auch „y-Achsenabschnitt“ genannt) ermitteln wir, indem wir bei der Funktionsgleichung x = 0 einsetzen.

f(x) = x3 - 4·x | x = 0
f(0) = 03 - 4·0
f(0) = 0

Lösung: Sy(0|0)

Bei Sy(0|0) befindet sich also der Schnittpunkt des Graphen mit der y-Achse.

y-Achsenabschnitt im Koordinatensystem:

~plot~ x^3-4*x;{0|0};[[3]];noinput;nolabel ~plot~

7. Extrempunkte

Es handelt sich bei einem Punkt um einen Extrempunkt, wenn die erste Ableitung 0 ist und die zweite Ableitung ungleich 0. Kurz: \( f'(x_E) = 0 \) und \( f''(x_E) ≠ 0 \)

Um Extrempunkte (Hochpunkt oder Tiefpunkt) zu bestimmen, müssen wir die erste Ableitung der Funktionsgleichung aufstellen und diese null setzen. So lässt sich die jeweilige Extremstelle berechnen.

Zuerst sind die Ableitungen zu bilden:

f(x) = x3 - 4·x
f'(x) = 3·x2 - 4
f''(x) = 6·x
f'''(x) = 6

Dann können wir die erste Ableitung null setzen.

f'(x) = 3·x2 - 4
3·x2 - 4 = 0 | +4
3·x2 = 4 | :3
x2 = \( \frac{4}{3} \) | \( \sqrt{ ~ } \)
\( \sqrt{x^2} \) = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)
|x| = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)

Lösungen:
x1 = \( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \)
x2 = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)

Bei x1 = \( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \) und bei x2 = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \) haben wir also mögliche Extremstellen.

Hierbei gibt es Fallunterscheidungen, die wir mit der zweiten Ableitung vornehmen. Wir setzen die Extremstelle in die zweite Ableitung und wenn der Wert größer 0 ist, dann handelt es sich um einen Tiefpunkt. Ist der Wert kleiner 0, dann handelt es sich um einen Hochpunkt. Kurz: \( f'(x_E) = 0 \) und \( f''(x_E) ≠ 0 \).

\( f''(x_E) \gt 0 \) → Tiefpunkt
\( f''(x_E) \lt 0 \) → Hochpunkt

Ob es tatsächlich eine Extremstelle ist und ob es sich um einen Hochpunkt oder Tiefpunkt handelt, muss noch mit der zweiten Ableitung überprüft werden.

Für den ersten Wert: Wir nehmen die zweite Ableitung und setzen x1 = \( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \) ein:

f''(x) = 6·x | x = \( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \)
f''(\( -\sqrt{ \frac{4}{3} } \)) = 6 · (\( -\sqrt{ \frac{4}{3} } \))
f''(\( -\sqrt{ \frac{4}{3} } \)) = -6,9282…

Der in die zweite Ableitung eingesetzte x-Wert ergibt -6,9282…, dieser Wert ist negativ, daher handelt es sich um einen Hochpunkt.

Für den zweiten Wert: Wir nehmen die zweite Ableitung und setzen x1 = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \) ein:

f''(x) = 6·x | x = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)
f''(\( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)) = 6 · (\( \sqrt{ \frac{4}{3} } \))
f''(\( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)) = 6,9282…

Der in die zweite Ableitung eingesetzte x-Wert ergibt 6,9282…, dieser Wert ist positiv, daher handelt es sich um einen Tiefpunkt.

y-Koordinate der Extrempunkte bestimmen:

Abschließend sind die ermittelten Extremstellen in die Funktionsgleichung f(x) einzusetzen. Der jeweils berechnete y-Wert gibt dann die y-Koordinate des Extrempunktes an.

Für die erste Extremstelle (Hochpunkt) bestimmen wir die y-Koordinate des Extrempunktes, indem wir x = \( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \) in die Funktionsgleichung einsetzen:

f(x) = x3 - 4·x | x = \( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \)
f(\( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \)) = \( \left( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \right)^3 \) - 4·\( \left( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \right) \)
f(\( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \)) ≈ 3,0792

Bei PHP(\( - \sqrt{ \frac{4}{3} } \)|3,0792) befindet sich also der Extrempunkt (Hochpunkt) des Graphen. Bzw. wenn wir den Bruch ausrechnen und den Wert runden: P(-1,1547|3,0792)

Für die zweite Extremstelle (Tiefpunkt) bestimmen wir die y-Koordinate des Extrempunktes, indem wir x = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \) in die Funktionsgleichung einsetzen:

f(x) = x3 - 4·x | x = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)
f(\( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)) = \( \left( \sqrt{ \frac{4}{3} } \right)^3 \) - 4·\( \left( \sqrt{ \frac{4}{3} } \right) \)
f(\( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)) ≈ -3,0792

Bei PTP(\( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)|-3,0792) befindet sich also der Extrempunkt (Tiefpunkt) des Graphen. Bzw. wenn wir den Bruch ausrechnen und den Wert runden: P(1,1547|-3,0792)

Zeichnen wir den Graphen mit Hochpunkt und Tiefpunkt:

~plot~ x^3-4*x;{-1.1547|3.0792};{1.1547|-3.0792};[[4]];noinput;nolabel ~plot~

8. Wendepunkte

Wendepunkte sind Punkte des Graphen, bei denen sich das Krümmungsverhalten des Graphen ändert. Ab diesem Punkt wechselt der Graph von einer Rechtskurve zu einer Linkskurve oder von einer Linkskurve zu einer Rechtskurve.

Es handelt sich bei einem Punkt um einen Wendepunkt, wenn die zweite Ableitung 0 ist und die dritte Ableitung ungleich 0. Kurz: \( f''(x_W) = 0 \) und \( f'''(x_W) ≠ 0 \)

Berechnung der Wendestelle(n):

Zuerst nehmen wir die zweite Ableitung unserer Funktionsgleichung f(x) = x3 - 4·x und setzen sie null.

f''(x) = 6·x | Null setzen
6·x = 0 | :6
x = 0

Bei x = 0 haben wir also eine mögliche Wendestelle.

Nun müssen wir prüfen, ob die dritte Ableitung für diesen Wert ungleich 0 ist. Also f'''(x) ≠ 0:

f'''(x) = 6

Die dritte Ableitung ist ungleich 0, also handelt es sich um einen Wendepunkt.

Berechnen wir die y-Koordinate des Wendepunktes:

f(x) = x3 - 4·x | x = 0 einsetzen
f(0) = 03 - 4·0
f(0) = 0

Die Koordinaten des Wendepunktes lauten PWP(0|0). Er befindet sich im Koordinatenursprung.

~plot~ x^3-4*x;{0|0};[[4]];noinput;nolabel ~plot~

9. Monotonieverhalten

Das Monotonieverhalten gibt an, in welchen Intervallen der Funktionsgraph monoton steigend oder monoton fallend ist.

Hierbei hilft uns die erste Ableitung, denn sind deren Funktionswerte größer gleich 0 (also \( f'(x) \geq 0 \)), dann ist der Graph monoton steigend.

Sind die Funktionswerte der ersten Ableitung jedoch kleiner gleich 0 (also \( f'(x) \leq 0 \)), dann ist der Graph monoton fallend. (Siehe hierzu auch noch mal: Grafisches Ableiten und Monotonie bei Funktionen.)

Die bestimmten Extrempunkte helfen uns zu erkennen, wo es einen Monotoniewechsel gibt.

Tiefpunkt bei x = \( -\sqrt{ \frac{4}{3} } \)

Hochpunkt bei x = \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)

An diesen Stellen erfolgt ein Monotoniewechsel.

Die Monotonie wird mit Intervallen angegeben. Für unsere Funktion:

]-∞; \( -\sqrt{ \frac{4}{3} } \)] monoton steigend
[\( -\sqrt{ \frac{4}{3} } \); \( \sqrt{ \frac{4}{3} } \)] monoton fallend
[\( \sqrt{ \frac{4}{3} } \); +∞[ monoton steigend

10. Krümmungsverhalten

Das Krümmungsverhalten gibt an, in welchen Intervallen der Funktionsgraph rechtsgekrümmt oder linksgekrümmt ist.

Hierbei hilft uns die zweite Ableitung, denn sind deren Funktionswerte größer 0 (also \( f''(x) \gt 0 \)), dann ist der Graph linksgekrümmt.

Sind die Funktionswerte der zweiten Ableitung jedoch kleiner 0 (also \( f''(x) \lt 0 \)), dann ist der Graph rechtsgekrümmt.

Siehe hierzu auch noch mal: Grafisches Ableiten und Monotonie bei Funktionen.

Anhand des Wendepunktes können wir erkennen, wo es einen Krümmungswechsel gibt.

Die Krümmung wird mit Intervall angegeben.

Die Wendestelle unserer Funktion lautet x = 0. Mit Blick auf den Graphen können wir wie folgt festhalten:

]-∞; 0[ rechtsgekrümmt
]0; +∞[ linksgekrümmt

11. Graph zeichnen

Auch wenn wir den Graphen schon mehrfach zuvor gesehen und als visuelle Hilfe genutzt haben, ist nun der eigentliche Zeitpunkt gekommen, den Graphen mit den gewonnenen Erkenntnissen zu zeichnen.

Der Graph der Funktion wird am Ende jeder Kurvendiskussion gezeichnet. Hierzu verwenden wir alle Punkte, die wir ermittelt haben. Auch das Monotonie und Krümmungsverhalten. Ggf. erstellen wir zusätzlich eine Wertetabelle, um weitere Punkte zum Zeichnen zu erhalten.

Wenn man einen grafischen Taschenrechner (GTR) besitzt, kann man diesen unter Umständen verwenden.

Oder man verwendet einen Funktionsplotter wie Plotlux.

Abbildung des Graphen unserer Funktion:

~plot~ x^3-4*x;[[4]];noinput;nolabel ~plot~

Damit ist die Kurvendiskussion abgeschlossen.

Rechner: Ableitungen für Funktionen von x bis x^13

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